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Das war für mich mal wieder eine tolle Woche. Schon der Auftakt in Hamburg war vielversprechend. Meine persönlichen Highlights waren ganz klar Daevid Allen (der mich genau so lange begleitet wie Frank Zappa), The Muffin Men, das Ensemble Ambrosius, natürlich die Central Scrutinizer Band, die umwerfenden LeBocal, die wahnsinnigen Sebkha Chott und selbstredend Jean-Luc Ponty & His Band und das Wiedersehen mit all den lieben Leuten, auf die ich mich ganz besonders freue, wenn´s hier im nächsten Jahr wieder ab geht.
Wie ich beobachten konnte, kommen Big Band Sound, klassische Ausrichtungen (2007 Harmonia Ensemble / 2010 Ensemble Modern) und Verrücktheiten wie Sebkha Chott besonders gut an. Hätte ein Gerät zur Messung der Beifallslautstärke zur Verfügung gestanden, wären nach meinem Eindruck bestimmt erstaunliche Ergebnisse zustande gekommen. Die Musiker der reinen Coverbands, seien sie auch noch so toll mit Alumnis verstärkt gewesen, hätten wohl lange Gesichter gemacht. Aber Ihr habt das vielleicht auch ganz anders erlebt... oder habt völlig andere Favoriten... gut so, dann hat ja jede/r doch das bekommen, was man/frau sich erhofft hat. Und noch etwas scheint generell zu begeistern: Rocktheater oder ungewöhnliche Inszenierungen auf der Bühne. Da fallen mir aktuell Sebkha Chott ein, aber ebenso Lazuli, Daniel Rohr und auch Sex Without Nails Bros. mit dem Joe´s Garage Musical.
Auf ganzer Linie enttäuscht hat mich Napoleon. Ein paar Titel mit dem Ensemble Ambrosius - das war´s! Auch für Napoleon? Unter diesen Umständen wird man es sich vielleicht überlegen, ihn noch mal zu holen. Sehr schade, denn ich mag ihn sehr. Ike, Denny, Robert und Ray waren meines Erachtens ausreichend präsent, so blieb es stets etwas Besonderes, was alle miteinander auch sind. Auch blieb so den anderen Bands mehr Luft, ohne von den ganz Großen erdrückt zu werden.
Caballero Reynaldo fand ich für die ersten vier bis fünf Songs ganz nett, wurde dann zwar nicht gerade langweilig, ich hatte jedoch das Gefühl, es wiederholt sich. Bands wie Orange the Juice und Beardfish brauche ich nicht, finde es aber gut, dass auch diese Musikrichtungen hier nicht zu kurz kommen.
Kein Rückblick ohne Resümee: 2.500 Zuschauer am Freitag, 3.000 am Samstag und wiederum 2.500 am Sonntag - ein Jahr Vorbereitungszeit, Verträge aushan- deln, Zusagen / Absagen, gut 100 Leute, die mitarbeiten, damit das Bier fließt, Toiletten und Duschen ok sind, Bühnen auf- und abgebaut werden und so weiter. Steht das in irgendeiner Relation zueinander? Ist das auf lange Sicht in dieser Form finanzierbar?
Die Ansprüche sind hoch, die Meinungen unterschiedlich: Klar, dass wir herkommen, um Zappa´s Musik so authentisch und so fein wie möglich gespielt zu hören. Klar, dass wir nach Flo & Eddie, Steve Vai und George Duke rufen. Wollen wir alles haben... Andererseits sehen viele (wie die Bad Doberaner Ostseezeitung) die Zukunft der Zappanale auf der kleinen Bühne. Bitteschön, dann aber ohne mich! Für lokale Nachwuchsbands und Punk-/Metal-Bands (auch oder gerade wenn sie Zappa covern), mache ich mich nicht auf den Weg.
Die Veranstalter und die Leute, die für die Bandauswahl zuständig sind, werden sich Gedanken machen müssen, wenn das Eigentliche bewahrt (finanziert), zudem aber auch jüngeres Publikum für das Festival und dessen Fortbestand gewonnen werden soll. Zugeständnisse werden von allen Seiten gemacht werden müssen. Dabei darf das Festival nicht das verlieren, wofür wir alle es lieben: seine familiäre Atmosphäre. Aber wir haben es ja im letzten Jahr erlebt: das Gelände verträgt locker 1.000 bis 1.500 Zuschauer mehr. Ich bin mal gespannt, wohin die Reise geht... Einen Fehler sollte man jedoch bitte nicht machen: Meinen, dass Bands, die auf dem Burg Herzberg Festival abgefeiert werden, automatisch eine Daseinsberechtigung auf der Zappanale haben. Und natürlich genauso umgekehrt.
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